Bestandserfassung

In Zusammenarbeit mit Weinbaubetrieben und Fachberatern wurden speziell auf den Weinbau anwendbare Biodiversitätsindikatoren entwickelt. Sie ermöglichen den Weinbaubetrieben neben einer Bestandsaufnahme typischer Biotopstrukturen eine Dokumentation und Bewertung ihrer Bewirtschaftungsmaßnahmen im Hinblick auf die Biodiversität.

Hierzu zählt bspw. die Erfassung von Strukturelementen (Trockenmauern, Grünstrukturen, Hecken, Strauchelemente, landwirtschaftliche Fläche), ergänzt durch potenzielle Einflussgrößen wie z.B. den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und die Art der Bodenbearbeitung und -pflege (Begrünungsdauer, Art der Komponenten, Zeitpunkt und Geräteeinsatz). Randparameter wie die Bodenart, die Bewirtschaftungsform, die klimatischen Verhältnisse und die angrenzenden Bewirtschaftungsformen des Standortes runden die Erfassung ab.
Eine Erfassung des Artenvorkommens wird dem Benutzer ebenfalls ermöglicht. Eine Hilfestellung bei der Kartierung der Bestände bietet ihm die innerhalb des Projektes erarbeitete Broschüre „Indikatorarten (Flora/Fauna) rheinland-pfälzischer Weinanbaugebiete„.

Unter Berücksichtigung einer derartig umfassenden Datengrundlage ist es mithilfe der erarbeiteten Indikatoren möglich, positive und negative Einflüsse auf die Biodiversität zu ermitteln.

Die erarbeiten Aspekte und Indikatoren wurden in Form eines Excel-Tools verankert.
Es bietet Weingütern die Möglichkeit zur Umsetzung eines langfristigen Biodiversitätsmonitoring und einer selbständigen Erfassung ihrer Bestände.
Download: Tool für Biodiversitätsmonitoring
Download: Anleitung für das Tool
Bild_Apollo Falter_Bilderquelle Christoph Friedrich
Die Dokumentation einzelner Betriebsjahre gibt Aufschluss darüber, wie sich umgesetzte Maßnahmen zur Steigerung der Artenvielfalt auf die „tatsächliche Biodiversität“ auswirken.

Der ebenfalls am HHI (ehem. IESAR) entwickelte „Umweltrechner“ stellt ein ergänzendes Managementtool dar, welches eine Dokumentation und Bewertung der Unternehmensprozesse hinsichtlich von Material-, Stoff- und Energieströmen ermöglicht.

Derartige Dokumentationen bieten die Grundlage zur Inanspruchnahme von Fördergeldern und die Möglichkeit realisierte Maßnahmen zu evaluieren. Die erarbeiteten Indikatoren orientieren sich an den Vorgaben der Global Reporting Initiative (GRI), einem allgemein anerkannten Standard in der internationalen Nachhaltigkeitsberichterstattung. Weinbaubetriebe erlangen zusätzlich die Kompetenz, durch diese elektronische Hilfestellung die Grundlage für ihren eigenen Nachhaltigkeitsbericht zu erarbeiten.